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Trotz- und Wutanfälle während dem Lektorat

Wer denkt, dass Trotzanfälle ausschließlich dreijährigen Kindern vorbehalten sind, der hat noch nie ein Manuskript nach dem Lektorat bearbeitet...


Gerade arbeite ich am Manuskript von Band 2 aus "Mein Feuer in deinem Lied". Ich habe es erst vor wenigen Tagen von meiner Lektorin zurückbekommen und habe seitdem ein Wechselbad der Gefühle durchlebt.

Nachdem ich mit der Überarbeitung des lektorierten Manuskripts von "Drachenküsse im Mondschein" fertig war, dachte ich, ich hätte das Schlimmste geschafft. Ich meine: Hey, es war mein allererstes Buch. Klar, dass man da viele Fehler macht. Immerhin ist alles neu, aufregend und man hat noch von nichts eine Ahnung. Danach fühlte ich mich wie ein alter Hase und dachte mir, beim zweiten Buch läuft alles besser. Ich war mir sicher, dass es da viel weniger Änderungen geben wird. Tja, falsch gedacht.

Natürlich habe ich diesmal viele Fehler vom ersten Mal vermieden. Aber das Leben (oder besser gesagt, meine Lektorin) hat mich wieder einmal gelehrt, dass ich noch verdammt viel zu lernen habe. Vor Logikfehlern ist niemand gefeit, denn man steckt einfach viel zu sehr in der eigenen Geschichte drin. So kommt es, dass ich wieder einmal eine meiner Lieblingsszenen umschreiben musste.


Vielleicht fragt ihr euch, wie so ein Lektorat eigentlich abläuft. Nun, zuallererst lese ich alle Kommentare, die mir meine Lektorin gemacht hat. Dann raufe ich mir die Haare, werde sauer, weil ich offenbar schrecklich schlecht im Schreiben bin (bin ich natürlich nicht, aber zu dem Zeitpunkt kommt es mir so vor) und schlussendlich setze ich mich wieder vor meinen Laptop und nehme mir jeden Kommentar einzeln vor. Zuerst die, die im Handumdrehen gelöst sind, weil sie nur kleiner Änderungen bedürfen.

Danach stürzte ich mich über die Höllenbrut. Das sind dann jene Kommentare, bei denen ich weiß, dass sie meinen Lieblingsszenen ans Leder gehen. Oder auch jene, die weitreichende Änderungen im gesamten Manuskript erfordern. Ich sehe schon an der Menge des Textes in einem Kommentar, ob ich ihn hassen werde. Wenn es mehr als drei Sätze sind, verfluche ich dieses Ding bereits, bevor ich es überhaupt gelesen habe. Hier kann es schon einmal passieren, dass ich einen handfesten Trotzanfall bekomme. Ich denke mir dann: Nein! Das ändere ich garantiert nicht! Ich liebe es so, wie es ist!

Was soll ich sagen? Natürlich ändere ich es. Sobald die ärgste Wut verraucht ist und ich genauer über die Kommentare meiner Lektorin nachgedacht habe, wird mir nämlich meist bewusst, dass sie recht hat.

Ich merke aber auch, dass ich immer mehr meinen Frieden mit solchen Änderungen mache. Anfangs fielen mir vor allem Streichungen ganzer Passagen sehr schwer. Mittlerweile kann ich das relativ schmerzbefreit machen, denn ich weiß, dass das Endergebnis dadurch besser wird. Und das ist es ja, was ich vor allem will: Ein möglichst perfektes Erlebnis für meine Leser*innen.


Inzwischen bin ich übrigens mit der ersten Hälfte des Lektorats von Band 2 durch. Die zweite Hälfte ist auch schon da - ich arbeite bereits daran. Und noch eine Kleinigkeit abseits des Lektorats: Ich habe am Freitag den Entwurf für das Cover von Band 2 erhalten und was soll ich sagen? Ich liebe liebe liebe es! Die Farben und die Elemente darauf bringen mich dazu, es die ganze Zeit anstarren zu wollen :D


Alles Liebe, K. J.

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