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Selfpublishing - eine gute Idee?

Verlag oder Selfpublishing? Eine der schwierigsten Fragen, die ich mir zu Beginn stellen musste.


Das letzte Wort ist geschrieben, das Manuskript fertig. Aber was nun? Verlage anschreiben! Das war mein erster Gedanke, als ich mit Band 1 meines Herzensprojekts fertig war. Also habe ich mich in die Recherche gestürzt, eine ganze A4 Seite mit möglichen Verlagen gefüllt und mich durch die Websites geklickt. Mein Traum: Einer der ganz großen Verlage (Welcher Autor träumt nicht davon).

Die Ernüchterung hat sich ziemlich schnell eingestellt. Fast überall der Tenor: "Eine Antwort erhalten Sie binnen 3 bis 6 Monaten. Sollten Sie bis dahin nichts von uns gehört haben ..." Naja, ihr könnt euch denken, wie es weitergeht.


Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein geduldiger Mensch bin. Manchmal brauche ich ein wenig, um einen Entschluss zu fassen, aber wenn er einmal gefasst ist, dann ziehe ich das Ding auch durch und das besser gestern als heute.


Dennoch dachte ich mir zuerst: Nagut, dann musst du eben Geduld lernen.

Ich habe weiter recherchiert und dabei ist mir eines bewusst geworden. Wird mein Manuskript angenommen, gebe ich vieles aus der Hand. Titel - der Verlag bestimmt mit. Cover - der Verlag bestimmt mit. Aus der Traum von meinem Herzenstitel "Mein Feuer in deinem Lied". Okay, vermutlich übertreibe ich gerade ein wenig. Ich denke schon, dass man über vieles reden und sich einigen kann. Aber es gibt einfach Dinge an meiner Reihe, bei denen ich mir nicht reinreden lassen will. Ich bin stur. Na und? Immerhin geht es bei dem Buch um mein Herz, denn daraus ist diese Geschichte unter anderem entsprungen. Es steckt so viel Liebe in "Drachenküsse im Mondschein", dass ich hier nichts dem Zufall überlassen wollte.


Also habe ich mich nach einigem Hin und Her doch ziemlich schnell für das Selfpublishing entschieden. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • Vollkommene Entscheidungsfreiheit beim Cover

  • Vollkommene Entscheidungsfreiheit beim Titel

  • Vollkommene Entscheidungsfreiheit bei den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite

  • Vollkommene Entscheidungsfreiheit beim Veröffentlichungsrhythmus

  • Absolut geniale gestalterische Freiheit (ihr seht ja am Buchsatz von "Drachenküsse im Mondschein", dass ich solch kleine Spielereien wie zum Beispiel Kapitelzierden liebe)

  • Man schreibt nicht nur, sondern ist auch in anderen Bereichen tätig (je nachdem, wie viel man auslagert und ich habe eigentlich nur Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung und die Illustration jemand anderen machen lassen. Die Landkarte ist zum Beispiel von mir - Mann, dieses Ding war ein Höllenritt xD)

  • Alle Einnahmen gehören mir


Aber: Kein Licht ohne Schatten. Selfpublishing hat auch Nachteile:

  • Man stehst vollkommen alleine da (gerade am Anfang, wenn man noch von nichts eine Ahnung hat, ist das beängstigend)

  • Man trägt alle Kosten und die sind nicht ohne

  • Eine schier unüberschaubare Anzahl von Aufgaben türmt sich vor einem auf (und wieder: Man hat von nichts eine Ahnung und muss sich erst überall einarbeiten)

  • Der Zugang zum stationären Buchhandel ist eine Hürde


Bestimmt habe ich jetzt irgendetwas vergessen, aber ich denke, das waren die wichtigsten Punkte.


Manchmal vermisse ich es, einen starken Partner in Form eines Verlages an meiner Seite zu haben, der sich um vieles kümmert. Aber dann blicke ich zurück und sehe, was ich in wenigen Monaten vollbracht habe - ganz allein, dafür mit viel Herzblut und einem irren Lernzuwachs. Obwohl ich eigentlich nicht allein war, denn mit meiner Lektorin und Coverdesignerin Kristina Licht habe ich einen absoluten Glücksgriff gemacht. Sie hat mir schon so viele Fragen beantwortet, dass ich es gar nicht mehr zählen kann.

Inzwischen habe ich gelernt, wie man Bilder und Videos bearbeitet, was Buchmarketing überhaupt ist und wie es geht (zumindest ansatzweise), wie man einen Buchsatz erstellt (nicht zu vergessen die Einarbeitung in die Programme), wie man ein Buch über Amazon veröffentlicht und ich habe mich auch bereits viel mit Buchdruck befasst. Warum? Weil ich "Mein Feuer in deinem Lied" gerne im stationären Buchhandel sehen würde. Und wenn man bei Druckereien Angebote einholt, muss man ja auch wissen, was genau man da eigentlich anfragt. "Bitte drucken Sie mein Buch" wird wohl kaum reichen xD. Abgesehen von der Druckerei muss ich mich dann auch noch mit Barsortimenten befassen. Wenn ihr euch jetzt fragt: "Was zum Henker ist das denn?"- keine Sorge, ich wusste es anfangs auch nicht, aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.


Die ganzen anderen "Kleinigkeiten", die ich noch gelernt habe, erspare ich euch jetzt einfach mal. Aber ich kann euch sagen, Selfpublishing ist eine wirklich spannende Herausforderung und wer "Drachenküsse im Mondschein" gelesen hat, der weiß, dass ich Spannung liebe.


Das heißt nicht, dass ich Verlage für mich komplett ausschließe. Wenn es eines Tages dazu kommt - super, dann freue ich mich sehr darüber. Wenn nicht - auch gut. Beide Wege, ein Buch zu veröffentlichen, haben Licht- und Schattenseiten.

Alles in allem bin ich gerade sehr glücklich mit dem Selfpublishing und hoffe, ich bekomme das mit dem Auflagendruck schnell hin. Denn sein eigenes Buch in der Auslage seiner Lieblingsbuchhandlung zu erblicken ist noch einmal eine ganz besondere Erfahrung, die ich unbedingt machen möchte.


Alles Liebe, K. J.

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